Nun ist es endlich so weit, die Radreise beginnt. Um ca. 10:00 Uhr geht es los mit dem ersten Tritt
in die Pedale in Richtung Hamburg zu meiner ersten Zwischenstation bei zwei coolen Gravelbikern,
Aylin und Sascha (meiner Nichte nebst ihrem Freund). Dort gab es zur Stärkung ein leckeres Frühstück.
Nach ca. 1,5 Stunden ging es weiter; vorher überreichten mir die beiden noch einige ihrer Lieblings-Energieriegel
und ein Röhrchen mit Energie-Brausetabletten. Es ging weiter durch den alten
Elbtunnel, der an einem Sonntag leider sehr gut besucht war, zumal nur eine Röhre wegen Bauarbeiten
geöffnet war. Weiter ging es durch den Hamburger Hafen bis zu einer Brücke; unter dieser musste ich,
um auf den Elbdeich zu gelangen, von der Straße auf einen Bürgersteig wechseln und, wie man das
manchmal so macht, ohne abzusteigen. Nur diesmal hatte ich nicht berechnet, dass ich vorne Gabeltaschen
befestigt hatte und durch das Gewicht das Vorderrad nicht hoch genug bekam, worauf ich mich plötzlich
liegend neben meinem Bike befunden habe. Zum Glück ist nichts passiert und weiter ging es auf dem
endlos scheinenden Elbdeich in Richtung Harsefeld, wo ich gegen 18 Uhr auf dem Campingplatz ankam.
Mein Zelt war das einzige auf dem ganzen Platz, in dem ich nach 8 Stunden und 92 Kilometern eine
ruhige Nacht verbrachte.
Ich bin zwar schon um 6 Uhr wach gewesen, aber das Büro vom Campingplatz öffnet erst um 9 Uhr
um zu bezahlen. Weiter geht es 81 Km nach Sandstedt. Nach etwas mehr als 7 Stunden bin ich dort
angekommen. Wieder war ich das einzige Zelt auf dem Platz. Die Nacht war sehr unruhig durch die
Schiffe welche durch die nahe Weser stampften. Schiffsmotoren können ganz schön laut sein!

Damit ich meine Reise fortsetzen konnte, musste ich erstmal mit einer Fähre über die Weser setzen,
die praktischerweise genau neben dem Campingplatz abfuhr.1a Fahrradwege hier in Niedersachsen,
wenn nicht dieser permanente Gegenwind wäre. Das zehrt ganz schön an den Kräften. Es gab auch
schöne Wege durch die herrliche Natur und eine lustige Skulptur mit lauter bunten Vögelchen und
einer bunten Katze die ratlos davor saß. Nach 239 Kilometern erreichte ich den ersten Supermarkt,
wo ich erstmals meine Vorräte auffüllte. Nach fast 8 Stunden und 75 Km meiner 3. Etappe erreichte
ich Stickhausen. Der Campingplatz lag direkt an einem schönen See. Etwas nervig war eine Amsel,
die über eine Stunde nur am Zettern war, vielleicht saß da ja die bunte Katze von unterwegs vor
dem Baum!? Die Nacht war ansonsten ruhig und erholsam.

Erst irrte ich durch Emden, das Navi wie auch Komoot kamen irgendwie nicht zurecht. Dann hatte ich die
ganze Fahrt über nur Gegenwind, manchmal schwach, manchmal stark mit Regen und Böen bis 65 km/h.
So langsam schwanden die Kräfte und mein Hintern fing an zu schmerzen. 82 Km später kam ich endlich
auf einem schönen, modernen Campingplatz an. Sehr zu empfehlen: "Camping am Deich" in Upleward.

Eigentlich sollten es nur 30 km werden, aber wegen Deichbauarbeiten musste ich 2 Umleitungen in Kauf nehmen.
Am Ende waren es 38 km und das mit einem wundgefahrenen Hinterteil. Statt dass, wie vorhergesagt, der Wind drehen
sollte, blieb es bis auf wenige Kilometer bei Gegenwind. Einen kurzen Halt machte ich am Deicharbeiter-Denkmal
Diekskiel und am weltberühmten „Otto-Leuchtturm“. Sehenswert war auch der Fischereihafen in Greetsiel. Nachdem
ich einkaufen war, legte ich meine Einkäufe erst mal auf einen Tisch in der Nähe meines Zeltes, als ich hinter
mir plötzlich ein Rascheln hörte. Ich drehte mich um und sah, wie eine Möwe meine Chipstüte im Schnabel hatte
und mit dieser davonflog. Da die Tüte anscheinend zu schwer war, verlor sie diese. Ich lief schnell hinterher
und rettete meine Chips. Der Campingplatz wäre sehr schön gewesen, wenn nicht direkt neben meinem Zelt im
Laufe des Tages immer mehr Leute wegen Pfingsten aus dem Ruhrpott ankamen, welche lautstark schon mal anfingen
zu feiern. Gegen 21 Uhr wurde es zum Glück zunehmend leiser, da der Alkohol seine Wirkung zeigte und eine allgemeine
Müdigkeit sich breitmachte. Am nächsten Morgen hatte ich mich entschlossen, wegen des wundgefahrenen Hinterns die
Heimreise per Bahn anzutreten; ein Weiterfahren war unmöglich. Am Tag meiner Abreise fing es plötzlich an,
stark zu regnen; Glück im Unglück, ich hatte schon alles verstaut und konnte mich im nahegelegenen Sanitärhaus
unterstellen. So kam ich trockenen Fußes am Bahnhof an!
Es war kein Abbruch, sondern nur eine Unterbrechung!
So, weiter geht's! Mein Hintern ist wieder geheilt und um 5 Uhr morgens ging es los zum Bahnhof Bad Oldesloe,
dieses Mal mit meinem E-Mountainbike. Nach 5 Stunden Bahnfahrt in völlig überfüllten Fahrrad-Waggons kam ich
gegen 11:30 Uhr in Norddeich an, dem Ort, an dem ich meine Radreise 2 Wochen zuvor unterbrochen hatte.
Auf den 49 km nach Carolinensiel gab es außer Deichen und Schafen nichts Nennenswertes zu sehen.
Auf dem etwas abgelegenen Campingplatz wurde ich auch gleich von den anderen Campern ausgefragt:
„Wo kommst du her, wo willst du hin usw.?“. Am Abend trafen noch 2 junge Rennradfahrer ein, die
an diesem Tag schon 200 km hinter sich hatten, Respekt. Mit ihnen konnte man sich gut unterhalten.
Am Abend gab es an einem ein paar Kilometer entfernten Strand ein Drachenfest, wo ich auch hingefahren bin.
Als ich zurückkam, lagen die beiden Rennradfahrer schon in ihrem Zelt und schliefen, wie später auch ich.

Auf dem Weg zum 42 km entfernten Varel gab es außer der Brauerei in Jever mit dem gleichnamigen Bier nur Deiche und Schafe,
Schafe und Deiche, nichts Besonderes zu sehen. Um auf den Campingplatz zu gelangen, musste ich noch 3 Stunden warten,
bis die Mittagspause vorüber war. In der Zwischenzeit ging ich in einen völlig überteuerten Edeka, um Proviant zu kaufen
- Touristenort halt! Da Sonntag war, hatte die arbeitende Bevölkerung gerade Ausgang und wollte wohl in der Nordsee baden
gehen. Da gerade Ebbe war, lagen die Leute am Strand oder liefen durch den Schlick zum Wasser. Mir persönlich war das
zu langweilig und ich beschloss, früh schlafen zu gehen.
Auf dem Weg nach Burhave gab es wieder nicht viel zu sehen, nur einen Schneemann aus großen Steinen und eine Skulptur,
die irgendetwas mit Adam zu tun haben sollte. Das einzige Zelt weit und breit auf einer Wiese war meines. Auf dem
benachbarten Deich befanden sich einige grasende Schafe, welche auch bei Dunkelheit noch blökten. Von der Nordsee
war wieder nicht viel zu sehen außer Watt. Aber Watt soll man machen!?
Bei Bremerhaven überquerte ich die Weser mit einer Fähre. In Bremerhaven habe ich mich einige Male verfahren,
dabei bin ich dreimal an einer Kaserne der Marine vorbeigefahren! Mein nächstes Ziel befand sich an der Elbe,
auf einem Campingplatz, den ich schon vor einigen Jahren einmal besucht hatte. Nicht wiederzuerkennen,
alles hatte sich verändert.
Früher konnte man noch von Cuxhaven die Elbe überqueren, aber leider wurde die Fähre eingestellt, nun musste
ich nach Wischhafen, um über die Elbe zu gelangen. Vorbei an Glückstadt fuhr ich bei viel Gegenwind entlang
der Elbe in Richtung Westen, bis ich in Brunsbüttel ankam, wo ich meine für diese Radreise vorletzte Fähre
über den Nord-Ostsee-Kanal nahm. Die Fähren über den NOK sind immer kostenlos, das stammt noch aus der Zeit
des damals noch so benannten Kaiser-Wilhelm-Kanals. Auf dem doch sehr überschaubaren Campingplatz angekommen
gab es keine Rezeption, sondern einen Automaten, an dem man seine Gebühr entrichten konnte. Gegen Abend
kam aber auch noch eine Frau vorbei, die kontrollierte und bei der man auch bezahlen konnte. Da sich die
Elbe gleich hinter dem nahe gelegenen Deich befand, konnte man dort die vorbeifahrenden Schiffe gut beobachten.
In der Nacht war ein ständiges Brummen zu hören, das von einem Baggerschiff auf der Elbe kam, wie ich am nächsten
Morgen feststellen durfte.
Der Tag begann schon mit Regen und die Fahrt war ziemlich langweilig entlang des Deiches, irgendwie sah alles gleich aus.
Auf dem Büsumer Campingplatz hatte ich zum Glück einen guten windgeschützten Stellplatz bekommen, denn es wehte seit
dem Nachmittag ein starker Wind. Für die Kitesurfer auf dem Binnensee das ideale Wetter. In der sonst überfüllten Büsumer
Fußgängerzone herrschte gähnende Leere, kaum ein Geschäft hatte offen. Dort kaufte ich noch bei Edeka ein. Ich weiß gar
nicht, ob auch die Einheimischen die völlig überzogenen Lebensmittelpreise zahlen müssen!? In der Nacht flaute der Wind
ab und ich konnte beruhigt einschlafen. Übrigens, in Büsum zahlt man für jeden Tag des Aufenthaltes Kurtaxe! Auch am
Tag der Abreise!!!
Auf meinem weiteren Weg zum nächsten Zielort überquerte ich die Eider auf dem Eidersperrwerk, danach musste ich leider
einen Umweg von 15 km fahren, da dort umfangreiche Deichbauarbeiten stattfanden. Einen Abstecher machte ich nach Welt,
dem Geburtsort meiner Oma. In dem kleinen Ort mit nur ca. 200 Einwohnern befand sich eine kleine Kirche – vielleicht
wurde meine Oma hier ja getauft!? Weiter sollte es eigentlich nach St. Peter-Ording gehen, aber dort gab es keinen
freien Platz mehr für mein Zelt. So landete ich dann in Tating. Vor Ort gab es keine Einkaufsmöglichkeiten,
sondern nur ein teures Restaurant. Also war ich gezwungen, noch einige Kilometer zu fahren, um mir Proviant zu besorgen.
Wieder einmal war mein Zelt das einzige, so hatte ich wenigstens meine Ruhe und konnte gut schlafen.
Bis Husum nichts Neues. Von Weitem sah man schon die hässlichen Silotürme von Husum. In Husum angekommen, ging es zunächst
durch den Hafen, der ganz nett aussah; die Schiffe und Boote lagen wegen Ebbe auf dem Trockenen. Etwas zum Beißen wollte
ich mir auch noch besorgen, bevor es auf den Campingplatz ging. Auf der Suche nach einem Aldi verfuhr ich mich etwas und
drehte um. Auf dem Rückweg winkte eine ältere Frau mir, um mich anzusprechen; sie sagte zu mir: „Junger Mann, ich habe
gesehen, wie Sie erst die Straße nach oben gefahren sind und dann umgedreht sind. Was suchen Sie denn?“ Ich: „Ich suche
den Aldi.“ Daraufhin zeigte sie mit dem Daumen hinter sich und sagte: „Da geht's lang, junger Mann.“ Ich bedankte mich
und fuhr weiter zu Aldi. Sehr nett und aufmerksam, diese Husumer! Auf dem Campingplatz angekommen, musste ich erst mal
eine Stunde warten wegen der Mittagspause. Zuerst wurde mir ein Platz auf einer wild bewachsenen Wiese angeboten, auf
dem ein ziemlich heruntergekommener Wohnwagen stand. Ich wollte aber einen Platz mit Strom, so wie ich es gebucht hatte.
Ich bekam einen neuen Platz, welcher auch nicht besser aussah, aber Strom hatte. Der Stromanschluss war in einem Gebüsch
und sah nicht gerade gut aus. Der ganze Campingplatz war im Allgemeinen ganz schön heruntergekommen. So einen schlechten
Campingplatz hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht besucht!!! Und auch noch der teuerste auf der ganzen Radreise
– 28 Euro!!! Irgendwie sah es dort überall ziemlich schlecht aus. Eine Hotelruine, eine Nordsee ohne Strand, die ersten
schwarzen Schafe und auch die letzten, die ich zu sehen bekam.
Auf Wiedersehen Nordsee! Nun geht es bei strahlendem Sonnenschein durch eine wunderschöne Landschaft in Richtung Ostsee
nach Leck. Was mir aufgefallen ist: Dass dort, wo Windräder stehen, die Bauern alle neue Gebäude haben. In Gegenden ohne
Windräder waren die Höfe ziemlich verfallen, scheint sich ja zu lohnen für die Bauern. In Leck sind zwei riesige gekreuzte
Hörner zu sehen, welche den Ochsenweg kennzeichnen sollen. Diesen habe ich auch schon ins Auge gefasst, vielleicht im
nächsten Jahr!? Halt machen wollte ich bei dem bekannten Kult-Imbiss "Calli Schaschlik", aber leider war dieser am Sonntag
und Montag geschlossen. Der Campingplatz ist zu empfehlen, da er sehr ruhig gelegen ist.
Hier im hohen Norden sind die Radwege allererste Sahne!!! Je näher man Dänemark kommt, desto besser und breiter werden die.
Im schönen Flensburg ist das ganz schön hügelig, hätte ich nicht gedacht, meistens ging es aber bergab. Wirklich sehr,
sehr schön ist der Weg entlang der Flensburger Förde. Die Ostsee kam immer näher und das Wetter wurde immer besser.
Gelandet bin ich dann auf dem nördlichsten Campingplatz Deutschlands bei Glücksburg. Einen Oldtimer gab es dort zu sehen,
zuerst dachte ich, der steht da so als Attraktion, aber nein, es waren Leute aus Finnland, die damit unterwegs waren und
anscheinend im Anhänger schliefen. Hier war ich nicht mehr der einzige mit Zelt auf dem Platz. Im Laufe des Tages wurden
es immer mehr. Gegenüber von mir zeltete ein junges Paar mit Gravelbikes, die einmal um Dänemark fahren wollten.
Neben mir eine Familie mit Kindern, darunter auch ein Baby, welches in der Nacht manchmal etwas weinte. Mich störte
es nicht weiter, und ich konnte trotzdem gut schlafen.
Die Ostseeküste ist viel schöner als die Nordseeküste. Keine hohen Deiche, keine Schafe und die Landschaft ist auch
abwechslungsreicher. Zwar bin ich nicht direkt an der Küste entlanggefahren, sondern querfeldein, da es weniger Kilometer
waren. Die letzten Kilometer dann aber doch, bis zum Campingplatz Schubystrand. Beeindruckt war ich von der Sanitäranlage
neben der Zeltwiese, einfach schön! Der Strand hat mich sehr an meine Kindheit erinnert, so wie früher sah der aus.
Obwohl es an diesem Tag sehr warm war, konnte man bei offenem Zelt bei etwas Wind gut schlafen.
Als ich gerade losgefahren war, hatte ich plötzlich einen platten Vorderreifen. Meinen ersten auf dieser Reise.
Ich musste feststellen, dass sich ein alter Flicken wahrscheinlich durch die pralle, heiße Sonne am Vortag gelöst hatte.
Um einige Kilometer zu sparen und nicht durch Kiel fahren zu müssen, entschied ich mich, mit der Fähre von Falkenstein
nach Laboe zu fahren. Nach fast 2 Stunden Warten auf die Fähre setzte ich meine Fahrt nach Heidkate fort. Damit
ich nicht auf der Zeltwiese in der heißen Sonne campieren musste, bekam ich einen schattigen Platz zwischen 2 Wohnmobilen.
Die Camper zu meiner linken und rechten Seite waren sehr nett und hatten etwas Mitleid mit mir, sie boten mir einen Stuhl
und einen kleinen Tisch an, welche ich dankend ablehnte. In der Nacht gab es ein Gewitter mit ein bisschen stärkerem Wind,
was ich trocken überstand.
Früh am Morgen ging es entlang der Steilküste in Richtung Fehmarn. Die Insel ließ ich dabei aus, weil ich diese mit
den beiden coolen Gravelbikern aus Hamburg noch umrunden möchte. In Sütel angekommen, wartete ich noch zwei Stunden
wegen der Mittagspause, bis ich mein Zelt aufstellen konnte. Während ich wartete, kam ein Camper mit seinem neuen
Fischer-Fahrrad auf mich zu, der Probleme mit seiner Felgenbremse hatte. Der Mann hatte sie falsch montiert, ich
behob es. Aus Freude darüber zeigte er mir einen Platz, auf dem ich angeblich kostenlos campen dürfe. Da ich schon
gebucht hatte, lehnte ich dankend ab. Beim Aufbau kamen auch gleich zwei Leute auf mich zu und wollten wieder
einmal wissen: „Wo kommst du her, wo willst du hin usw.?“ Danach fuhr ich auf den benachbarten Campingplatz,
um dort einzukaufen. Da ich später ein bisschen Müll hatte, wollte ich diesen entsorgen, aber der Müllplatz
war abgesperrt. Ein Camper sagte mir, dass man nur freitags seinen Müll zwischen 12 und 13 Uhr abgeben darf,
und es war Donnerstag – merkwürdiger Campingplatz. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass die Festplatz-Camper
nicht mehr so zufrieden mit dem Platz gewesen sein sollen und nach und nach das Weite suchten.
Auf dem benachbarten Campingplatz kaufte ich mir erstmal Brötchen, Wurst, Käse und Kakao zum Frühstück, welches ich beim wunderschönen
Sonnenaufgang genüsslich verspeiste. Auf meinem weiteren Weg neben der Steilküste kam ich manchmal dem Abgrund ziemlich nahe (so 1 bis 2 Meter).
Voll konzentriert bewältigte ich den Pfad, ohne 10 bis 15 Meter tiefer zu stürzen. Vorbei an Grömitz und dem Freizeitpark in Sierksdorf
landete ich schließlich in Scharbeutz. Wieder einmal wartete ich wegen der Mittagspause bis 15 Uhr, um an meiner letzten Station mein
Zelt aufzuschlagen! Nach dem Aufbau ging ich zu Fuß in den Ort. Es wimmelte nur so von Touristen. Dementsprechend waren auch die Preise:
ein Fischbrötchen für 7,50 €!!! Mein letztes leckeres Fischbrötchen an der Nordsee hatte nur 3,50 € gekostet – nein danke, nicht mit mir!
Genauso haben auch andere gedacht, wie ich später aus der Zeitung erfahren habe.
Der Gastronomie in Scharbeutz soll es wegen ausbleibender Kunden sehr schlecht gehen – kein Wunder!!! Nach meiner Rückkehr auf den Campingplatz
hatte die Zeltwiese sich merklich gefüllt. Einige Jugendliche hörten laut Musik, die mit der Zeit allmählich leiser wurde. Eine ruhige Nacht
war somit garantiert.
Irgendwann hat eine Reise auch ihr Ende. Um ca. 6 Uhr stand ich auf und packte ein letztes Mal meine Sachen. Es hatte sich
etwas abgekühlt und die Sonne versteckte sich hinter den grauen Wolken. In Bad Segeberg kaufte ich noch etwas ein und kam
nach 4 Stunden am Mittag in Seth an.
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